Leni Gruber & Alex Reinberg

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Steckbrief
Geboren: 1991 in Wels; 1992 in Linz
Tätig als: Filmemacher:innen
„Der österreichische Film hat Ecken und Kanten. Wirkt oft schräg, unbequem und ist vielleicht auch deshalb manchmal unglaublich komisch. Beim Filmschauen legen wir Wert auf eine gute Geschichte. Auf ein Thema, das uns berührt. Auf tolle schauspielerische Leistungen. “
Filme im VOD CLUB arrow-down

Die Mini-Serie SHEEP der beiden eröffnet die diesjährige Shortynale in Klosterneuburg. Wir begleiten das Festival erstmals mit einem Onlineprogramm, unter anderem mit einem Interview mit den beiden darüber und vielen Programmpunkten mehr.

Welchen Kurzfilm würdet ihr euch als Langfilm wünschen?

Alex Florian Pochlatkos Kurzfilm ERDBEERLAND war damals ein ganz besonderes Seherlebnis für mich. Ich war gerade erst an der Filmakademie, und die Arbeit mit Laiendarsteller, verbunden mit einer beinahe genrehaften Coming-of-Age-Erzählung, hat mich einfach gecatched. Bonus: ein unvergesslicher Cameo der österreichischen Musikerlegende Waterloo.

Leni Ich bin zwar auch Erdbeerland-Fangirl, würde aber noch ZUFALL & NOTWENDIGKEIT ins Rennen werfen. Laurin Saied verkörpert darin einen jungen Mann auf der Suche nach Identität und Herkunft und sein Spiel entwickelt eine richtige Sogwirkung. Ich könnte ihm locker 90 Minuten zusehen.

Welcher Film hat euren Blick auf das Filmemachen nachhaltig verändert?

Alex Die Tragikomödie INDIEN war einer der ersten österreichischen Filme, die ich als Kind gesehen habe. Humor und Tragik so selbstverständlich aufeinander prallen zu lassen, hatte damals etwas komplett Eigenes, Unerwartetes für mich. Ich spürte, so fühlt sich für mich ein schöner Film an

Leni Bei mir war es LOURDES. Jessica Hausners Zugang war viel konzeptioneller als alles, was ich bis dahin kannte. Sylvie Testud spielt so minimalistisch, dass sie dir keine Gefühle aufzwingt. Ich musste beim Zuschauen quasi meine eigenen Gefühle und Fragen in sie hineinlegen. Das war ein ganz neues Seherlebnis für mich.

Welcher aktuelle Film wird eurer Meinung nach in 20 Jahren als Klassiker gelten?

Alex Ruth Beckermanns Langdokumentarfilm FAVORITEN übersetzt ein abstraktes gesellschaftliches Thema in konkrete, menschliche Konflikte. Dabei verhandelt der Film soziale Realitäten, ohne seine Protagonist:innen auf bloße Stereotypen zu reduzieren. Und in zwanzig Jahren wird man hier auf ein Stück Zeitgeschichte zurückblicken können.

Welchen Film würdet ihr jungen Filmemacher:innen als Pflichtprogramm empfehlen?

Alex WILL MY PARENTS COME TO SEE ME. Gerade für Kurzfilmschaffende ist Mo Harawes Film eine echte Masterclass: ein eindringliches Thema, mit bewusst reduzierten Mitteln umgesetzt, ohne dabei vor Ambivalenzen zurückzuschrecken. Genau das verleiht dem Film eine Größe, die weit über seine Laufzeit hinausgeht. Für mich war das damals bei der Diagonale eine außergewöhnliche Kinoerfahrung.

Leni BEATRIX von Milena Czernovsky und Lilith Kraxner. Wer mehr über den Umgang mit Zeit im Film lernen mag oder bereits Chantal Akerman-Fan ist, hat mit diesem Film sicherlich viel Freude. Und es ist ein super Beispiel, wie viel erzählerische Kraft in scheinbar unspektakulären Alltagssituationen steckt.

 

Das Shortynale EXTENDED-Programm findet ihr bis 23. September bei uns!

Credits: Mala Kolumna